Wir wollten einen Kurzurlaub in der Eifel verbringen. Wir das sind meine Freundin Susanne und ihre zwei Töchter plus meine Wenigkeit. Die Eltern von Susanne haben in der Eifel ein Haus und so war für die Unterkunft schon einmal gesorgt. Es gibt in der Eifel drei kleine Ortschaften mit den gar putzigen Namen Baar, Mittelbaar und Unterbaar. In Mittelbaar befand sich unser Domizil. Ich konnte es mir nicht verkneifen, diesen Namen zu verballhornen, indem ich einen weiteren Ortsteil, nämlich Unmittelbaar, erfand. Spaß bei Seite, die Fahrt in die Eifel verlief ohne Zwischenfälle, solange wir uns noch auf der Autobahn befanden. Spätestens ab der Ausfahrt Brohtal mussten wir unseren Fahrstil ändern, denn die Straßen wurden zunehmend kurviger und das Gelände hügelig bis bergig. Zudem kamen uns laufend Motorradfahrer entgegen bzw. überholten uns. Es stand wohl wieder einmal eines jener Rennwochenenden auf dem Nürburgring bevor, welche Fans des Motorsports stets anlocken. In Mittelbaar angekommen, nahmen wir schon die Geräusche des nahen Rings wahr, es fand wohl gerade ein Training statt.
Vielleicht sollte man sich einmal ein Rennen auf dem Ring anschauen, diesmal aber nicht. Denn wir waren gekommen, um uns zu erholen. Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung durch die Täler und Anhöhen der Eifel. Wir wählten eine nicht allzu schwierige Tour, wollten wir uns doch nicht die steilsten Hänge dieses Gebirges zumuten. Wir genossen die Bewegung an der frischen Luft und die landschaftliche Schönheit der Eifel. Einige Berghänge werden landwirtschaftlich genutzt, unter anderem wird hier Weidewirtschaft betrieben. Auf einer Weide bemerkte ich kleine helle Gegenstände im Gras. Ich hatte sofort einen Verdacht und stieg über den Weidezaun, das Vorhandensein der Kühe nicht fürchtend. Und siehe da, meine Vermutung bestätigte sich. Dort standen tatsächlich Champignons. Die nahmen wir natürlich mit und bereiteten sie am Abend zu.
Nun war unser Jagdfieber erwacht. Am nächsten Tag wollten wir die umliegenden Wälder erkunden, ob da nicht noch andere Pilze wachsen würden. So durchstreiften wir abseits der Wege die Waldgebiete, fanden anfangs jedoch nur einige Heidelbeersträucher, an denen auch vereinzelt Beeren hingen. Als sich dann so langsam eine leichte Enttäuschung einstellte, weil sich so gar kein Pilz zeigen wollte, entdeckten wir die ersten. Die Burschen hatten sich gut an die Umgebung angepasst und spielten quasi Mimikry mit uns. Einmal entdeckt, wurden sie aber doch unsere Beute. Es waren sehr schöne Steinpilze und es sollten nicht die einzigen bleiben. Bis zum Nachmittag fanden wir noch mehrere der Gattung Boletus und unser Korb war schließlich voll. Das war eine überaus gelungene Pilzwanderung, während der wir zusätzlich die Schönheit der Landschaft genossen.