Archiv für die Kategorie ‘Reiseberichte’

Pilzwanderung in der Eifel

Freitag, 08. Juli 2011

Wir wollten einen Kurzurlaub in der Eifel verbringen. Wir das sind meine Freundin Susanne und ihre zwei Töchter plus meine Wenigkeit. Die Eltern von Susanne haben in der Eifel ein Haus und so war für die Unterkunft schon einmal gesorgt. Es gibt in der Eifel drei kleine Ortschaften mit den gar putzigen Namen Baar, Mittelbaar und Unterbaar. In Mittelbaar befand sich unser Domizil. Ich konnte es mir nicht verkneifen, diesen Namen zu verballhornen, indem ich einen weiteren Ortsteil, nämlich Unmittelbaar, erfand. Spaß bei Seite, die Fahrt in die Eifel verlief ohne Zwischenfälle, solange wir uns noch auf der Autobahn befanden. Spätestens ab der Ausfahrt Brohtal mussten wir unseren Fahrstil ändern, denn die Straßen wurden zunehmend kurviger und das Gelände hügelig bis bergig. Zudem kamen uns laufend Motorradfahrer entgegen bzw. überholten uns. Es stand wohl wieder einmal eines jener Rennwochenenden auf dem Nürburgring bevor, welche Fans des Motorsports stets anlocken. In Mittelbaar angekommen, nahmen wir schon die Geräusche des nahen Rings wahr, es fand wohl gerade ein Training statt.

Vielleicht sollte man sich einmal ein Rennen auf dem Ring anschauen, diesmal aber nicht. Denn wir waren gekommen, um uns zu erholen. Am nächsten Tag unternahmen wir eine Wanderung durch die Täler und Anhöhen der Eifel. Wir wählten eine nicht allzu schwierige Tour, wollten wir uns doch nicht die steilsten Hänge dieses Gebirges zumuten. Wir genossen die Bewegung an der frischen Luft und die landschaftliche Schönheit der Eifel. Einige Berghänge werden landwirtschaftlich genutzt, unter anderem wird hier Weidewirtschaft betrieben. Auf einer Weide bemerkte ich kleine helle Gegenstände im Gras. Ich hatte sofort einen Verdacht und stieg über den Weidezaun, das Vorhandensein der Kühe nicht fürchtend. Und siehe da, meine Vermutung bestätigte sich. Dort standen tatsächlich Champignons. Die nahmen wir natürlich mit und bereiteten sie am Abend zu.

Nun war unser Jagdfieber erwacht. Am nächsten Tag wollten wir die umliegenden Wälder erkunden, ob da nicht noch andere Pilze wachsen würden. So durchstreiften wir abseits der Wege die Waldgebiete, fanden anfangs jedoch nur einige Heidelbeersträucher, an denen auch vereinzelt Beeren hingen. Als sich dann so langsam eine leichte Enttäuschung einstellte, weil sich so gar kein Pilz zeigen wollte, entdeckten wir die ersten. Die Burschen hatten sich gut an die Umgebung angepasst und spielten quasi Mimikry mit uns. Einmal entdeckt, wurden sie aber doch unsere Beute. Es waren sehr schöne Steinpilze und es sollten nicht die einzigen bleiben. Bis zum Nachmittag fanden wir noch mehrere der Gattung Boletus und unser Korb war schließlich voll. Das war eine überaus gelungene Pilzwanderung, während der wir zusätzlich die Schönheit der Landschaft genossen.

Rock am Ring

Montag, 08. November 2010

Im Jahr 2000 kam meine längjährige gute Freundin Susanne auf die Idee, dass man sich doch mal Rock am Ring antun könnte. Ihre Eltern haben ein Haus in der Eifel, so wäre auch gleich für die Übernachtung gesorgt. Da kann man doch wohl von einer guten Idee sprechen. Klar wurde die Idee von mir aufgegriffen und ich konnte sogar meine Frau davon überzeugen, mit zu kommen.

Die Karten waren schnell besorgt, in diesem Jahr gab es allerdings nur Tickets für alle 3 Tage am Stück. Nun gut, da mussten wir eben in den sauren Apfel beißen und die Kohle hinblättern.
Da der Nürburgring bekanntlich in der Eifel liegt und keine direkte Autobahnanbindung hat, mussten wir uns von der A 61 aus anpirschen. Über kurvige, bergauf – bergab führende Landstraßen gelangten wir an unseren Zielort Mittelbaar. Meine Frau und ich waren die letzten, die am Freitagnachmittag eintrafen. Susanne und die Jungs waren bereits dort. An diesem Tag gingen wir nicht mehr auf das Veranstaltungsgelände, sondern saßen gemütlich im Garten und unterhielten uns.

Am Samstag sollte für uns das Hauptereignis steigen. Die wenigen Kilometer konnten wir günstig mit dem Taxi fahren. Für mich und meine Frau war es das erste Mal, dass wir zu diesem legendären Festival fuhren. Wir hatten natürlich gehört, dass Getränke auf dem Festivalgelände unheimlich teuer waren. Wir waren deshalb um so mehr froh, dass wir zwei Plastikflaschen mit Wein durch die Kontrollen schmuggeln konnten. Kaum angekommen, sahen wir auch gleich den Auftritt der Eurythmics mit den guten alten Songs wie „There must be anAngel“ und anderen. Die gute Annie Lennox war auch schon ein wenig in die Tage gekommen, aber das geht uns ja allen so.

Das Hauptevent war natürlich Carlos Santana mit seiner Band. Seit Jahrzehnten schon bin ich Verehrer dieses Musikers und seiner Musik. Dann trat er auch tatsächlich mit seiner ganzen Band auf. Er spielte hauptsächlich Titel von seinem letztjährigen Album „Supernatural“. Titel wie „Put your lights on“, „Maria, Maria“ oder „Smooth“ dürften so fast jedem bekannt sein. Aber auch einige Klassiker kamen zu ihrem Recht. Bei „Samba Pa Ti“ bekam ich tatsächlich eine Gänsehaut. Der Juniabend war angenehm warm und wir genossen ein Konzert, das ich mein Lebtag nicht vergessen werde.

Anderntags machten wir uns schon am Nachmittag auf die Heimfahrt. Zuvor fragte mich Susannes Mutter noch, ob ich wüsste, welche Pilze das im Moos unter den Bäumen wohl seien. Ich begutachtete den Ort und dachte, mich trifft der Schlag. Da wuchsen doch auf einer Fläche von vielleicht 4 Quadratmetern unzählige Pfifferlinge dicht an dicht. Die mussten vor der Abreise unbedingt noch geerntet werden. Wir machten fette Beute, denn ungefähr 2 kg dieser leckeren Pilze findet man wohl nicht ein zweites mal in solch kurzer Zeit.