Wollseifen ist ein verlassenes Dorf in der Eifel, nahe des Dreiländerecks Deutschland/Niederlande/Belgien und bietet Wanderurlaubern eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art.
Sechs Jahrzehnte lang wurde dieser Ort für militärische Zwecke genutzt. Nach Ende des zweiten Weltkrieges wurden die rund 150 Einwohner des Dorfes von den britischen Truppen aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen, um das Gelände für einen Truppenübungsplatz umfunktionieren zu können. Die Bewohner wurden zunächst in die benachbarten Orte Schleiden und Gemünd gebracht und das Eifeldorf Wollseifen verfiel nach und nach. Die Bewohner gaben verständlicherweise nur ungern ihre Heimat auf und hofften lange auf eine eine Rückkehr. Das Dorf war als militärisches Sperrgebiet nicht erreichbar. Lediglich einmal im Jahr, zu Allerseelen, durften die Bewohner ihre Toten auf dem zurückgelassenen Friedhof besuchen. Aber bereits 1955 war der Friedhof so stark zerstört, dass er ganz aufgegeben und eingeebnet wurde.
Erst seit Ende 2005 der Truppenübungsplatz nicht mehr genutzt wird, ist das Dorf, oder was davon noch übrig geblieben ist, wieder für Besucher, Spaziergänger und Wanderer in ihrem Urlaub erreichbar. Betritt man diese Wüstung, so fallen einem zunächst die kulissenhaften Häuser auf, die 2001 errichtet wurden, um für den Kosovoeinsatz zu üben. Die wenigen alten Gebäude, die die sechzigjährige Besetzung überstanden haben, werden von den ehemaligen Bewohnern in Eigenarbeit wieder restauriert.
Wollseifen liegt inmitten des Nationalpark Eifel auf der Dreiborner Hochfläche an der Kreuzung zahlreicher Wanderwege in der Eifel, rund um die Urftsperrmauer und das Nefffgesbachtal. Aufmerksame Spaziergänger finden heute noch rund um das Dorf in der Eifel Platzpatronen und Panzerspuren bei ihren Eifelwanderungen durch das Gebiet. Besonders im Frühjahr, zur Ginsterblüte kommen viele Wanderfreunde hierher auf die Dreiborner Hochfläche und genießen den malerischen Ausblick auf die Burg Vogelsang und den Urftsee.
Wenn man heute durch diese malerischen Sehenswürdigkeit in der Eifel wandert, kann man sich nur schwer vorstellen, welch bewegte Geschichte sich hier in den Nachkriegsjahren ereignet hat.